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    <title>Baumtränzer - Zentralasien</title>
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    <description>Put the fun between your legs</description>
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    <title>Die Fotos</title>
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            <category>Zentralasien</category>
    
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    <author>nospam@example.com (hEkker)</author>
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    Gibt&#039;s jetzt hier: &lt;a href=&quot;http://offler.hoppa.la/~hekker/bildis/zentralasien/&quot;  title=&quot;http://offler.hoppa.la/~hekker/bildis/zentralasien/&quot;&gt;http://offler.hoppa.la/~hekker/bildis/zentralasien/&lt;/a&gt; 
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    <pubDate>Thu, 14 Sep 2006 14:24:15 +0200</pubDate>
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    <title>Aber jetzt!</title>
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            <category>Zentralasien</category>
    
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    <author>nospam@example.com (hEkker)</author>
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    Und zwar wirklich kurz und buendig: Es war sehr schoen, es hat mich sehr gefreut. Jedem, den die Gegend auch interessiert, kann ich nur raten: Keine Angst. Das Reisen dort ist ueberhaupt kein Problem, wir fuehlten uns weder unsicher noch bedroht. Gerade das ach so gefaehrliche Ferghana-Tal entpuppte sich als der Bezirk mit den freundlichsten und nettesten Leuten. Keine Rede von sprengstoffbegurteten Fanatikern, die sich an jeder Ecke in die Luft sprengen. Ob das noch laenger so bleibt, ist angesichts der Karimovschen Politik der Paranoia aber zweifelhaft. Die dort angeblich rudelweise marodierenden Extremisten sind seine Ausrede fuer die Einschraenkung der Freiheiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie auch immer, wir merkten davon kaum etwas. Der verwoehnte Westler findet alle Annehmlichkeiten und scheint gern gesehener Gast zu sein. Fuer (schaetzungsweise) 20 bis 30 USD pro Tag und Nase braucht man nix entbehren, wenn man von trinkbarem Kaffee einmal absieht, billiger taet&#039;s auch noch gehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Kirgisistan sieht&#039;s mit Fremdsprachen eher schlecht aus, also ein paar Phrasen Russisch sind von Vorteil, obwohl man sicher auch so durchkommt. Nette Plaudereien bleiben einem dann aber verwehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade nach Kg wuerde ich jederzeit wieder fahren, da gibt&#039;s noch viel Gegend zu erkunden. Uz und die Seidenstrasse hakt man ab, ich glaube fast, dass das mit einer organisierten Studienreise interessanter waere. Die vielen alten Haeuser verschwimmen bald zu einer einheitlichen sandfarbenen Masse, Old Building Overload, wie ich schrieb - ein guter Fuehrer, der viel dazu zu erzaehlen weiss, bringt vielleicht etwas Farbe in die Sache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Umweg nach Nukus und Moynaq lohnt sich auf jeden Fall - die Schiffe im Sand und das Museum in der Wueste sind wahrscheinlich einzigartig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ansonsten Danke fuers Lesen und die Anteilnahme und die Huldigungen meiner Schreibkunst (machte mich ganz verlegen). Wenn ich die 1920 Fotos sortiert und gesiebt habe, gebe ich nochmals Laut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ach ja: Uz im Juli? &lt;i&gt;Keine&lt;/i&gt; gute Idee. 
    </content:encoded>

    <pubDate>Mon, 24 Jul 2006 22:26:06 +0200</pubDate>
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    <title>Das Fazit?</title>
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            <category>Zentralasien</category>
    
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    <author>nospam@example.com (hEkker)</author>
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    Naja, doch nicht. Aber zumindest via Google Earth kann man mit dem hier: &lt;a href=&quot;http://offler.hoppa.la/~hekker/bagetuch/uploads/zentralasien.kmz&quot; title=&quot;zentralasien.kmz&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;zentralasien.kmz&lt;/a&gt; alle Hotellokationen sowie die Stationen meines Leidensweges auf der Wanderung nachvollziehen. 
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    <pubDate>Mon, 24 Jul 2006 21:54:30 +0200</pubDate>
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    <title>Das Letzte</title>
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            <category>Zentralasien</category>
    
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    <author>nospam@example.com (hEkker)</author>
    <content:encoded>
    Oder vielleicht auch nicht, kommt drauf an, ob ich fuers Fazit noch lang genug wach bleiben kann...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alsdann, der gestrige Tag begann um 9 mit dem selben unerfreulichen Fruehstueck, sogar noch unerfreulicher eigentlich, weil die aktuelle Kellnerfrau ziemlich unwillig bei der Arbeit war. Aber egal, es war ja sowieso nur ein Herumlurch-Tag, wir hatten Zeit. Wir kosteten noch das klimatisierte Zimmer aus, um Zwoelf mussten wir unter Androhung der Berechnung einer weiteren Nacht raus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ach ja, Klimaanlage. Das Ding war ziemlich modern und wurde fuer sanft genug befunden, um damit auch die Nacht zu ueberstehen (andere waren ja eher digital veranlagt und bliesen entweder arktische Luft in Orkanstaerke durch die Gegend oder verweigerten). Trotzdem war uns beiden in der Nacht ziemlich kalt und ich wickelte mich gut in die Decke ein, ueberlegte sogar die Ueberstreifung eines T-Shirts. Mein Erstaunen war gross, als ich morgens die Tiefsttemperatur auf meiner Uhr ablas: 24 Grad. So schnell koennen 24 Grad als winterlich kalt empfunden werden!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Holger war vom Nukusschen Internetcafe nicht so begeistert, ich praeferierte klimatisiertes Warten auf den ewigen Seitenaufbau jedoch der Gluthoelle, also trennten wir uns auf. Ich surfte und spielte etwas Need For Speed, erst gegen 3 suchte ich das State Museum auf. Das war im Kontrast zum Savitzky-Museum eine schummrige und chaotische Angelegenheit, mehr so eine Ansammlung von ausgestopften Tieren (der letzte Tiger aus der Gegend, zB, neben einigen anderen bereits ausgestorbenen Viechern) in seltsamen Dioramen, schlecht beschriftet, dann ein paar Haufen von Handwerkskunst, eine Portrait-Gallerie von wichtigen Karakalpaken und Klimbim wie Andenken an den Grossen Vaterlaendischen Krieg 41-45, Urkunden und erbaulichen Karimov-Spruechen. Den Rest des Tages bog ich dann noch im Savitzky-Museum herum, um die Bilder, die gestern im Dunkel verborgen lagen auch noch angemessen betrachten zu koennen. Ich wurde wie ein alter Bekannter begruesst, ob meines Befindens befragt und sorgfaeltig ueber meine Eindruecke von Moynaq und dem nicht vorhandenen Aral-See verhoert, dann durfte ich endlich Kunst begutachten. Ich bin noch immer begeistert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann Holger getroffen, zusammengesessen, geplauscht. Ein Versuch, etwas Essbares aufzutreiben, verlief maessig erfolgreich, nur ein paar Somsa trieben wir auf. Wir lungerten noch mehr herum, brachen dann mangels interessanterer Alternativen schon um 7  mit einem Uralt-Taxi (der Kofferraum wurde nach Einfuehren unserer Rucksaecke mit einem Holzpflock verkeilt) zum Fluha auf. Der war suess und klein und fast koennte man ihn von der Strasse uebersehen. Es war auch nicht viel los, dafuer schien die Abendsonne schoen warm in die Halle rein. Erst gegen 9 tat sich was, und eine komplizierte Check-In-Prozedur musste absolviert werden. Hier eine chaotische Schlange fuers Gepaeck, dann Pass + Ticket weg, kriegten wir in einer anderen chaotischen Schlange mit dem handgeschriebenen Boarding-Pass wieder. Security-Checks gab&#039;s auch zwei, das vertreibt etwas die Zeit. Schliesslich warten auf der Rollbahn, weil drinnen zu heiss, dann ins Flugzeug und wieder warten. Ich hab noch nie gesehen, dass sich die Leute so intensiv fuer diese Sicherheitshinweis-Karten interessieren wie in diesem Flugzeug, wenn auch nur, weil sie sich hervorragend als Faecher eignen. Es war wahrlich nicht kalt, und alle wachelten wie verrueckt, ich nicht ausgenommen. Ich war uebrigens auch der einzige, der sich brav auf den liebevoll niedergeschriebenen Sitz setzte, alle anderen platzten irgendwo, sortierten sich mehrfach um und wurden von Stewardessen nochmals anders eingewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na gut, ohne zuviel Details zu erzaehlen: Nach 1.5 Stunden waren wir in Tashkent, bekamen unsere Saecke, verliessen die Inlandsankunftsbarracke und latschten zum internationalen Terminal, der doch betraechtlich grandioser war. So richtig Flughafen. Aber noch kein Check-In, also weiter herumlungern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um 1 dann durften wir. Und wie. Naemlich zahlen. Zumindest Holger: Wer hat schon jemals davon gehoert, dass &lt;i&gt;eigentlich&lt;/i&gt; das Handgepaeck zu den 20 kg Freigepaeck dazuzaehlt? Wir nicht, die Aeroflot in Tashkent schon. Holger wog stolze 42 Kilo mit Essen und allem drum und dran, und da wollten sie dann halt USD 10 fuer jedes Kilo ueber 20. Na bumm. Natuerlich nix Kreditkarte, Sum haetten sie gern. Ein ziemlich buerokratischer Bastard von Aeroflot-Typ liess da gar keine Diskussion aufkommen, richtig aggresiv wurde der. Du nix zahlen, du nix fliegen, so ca. Und die typische hirnlose Idiotenmeldung, vielleicht mit beschwichtigender Intention vorgetragen, aber in Wahrheit noch erzuernender, weil sie die Ausflucht inkompetenter, schwanzloser Feiglinge ist: Hier in dem Buch, genau da steht es, ich mache die Regeln nicht, sind nicht meine Regeln, aber so ist es halt nun mal! Basta! Aus!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wappler. Holger beschloss, nun doch auf das Essen zu verzichten und packte aus. Kam nicht unter 32. Durfte dann gegen Bezahlung von 10 Kilo doch seine ganzen 42 auf das Flugzeug mitnehmen, obwohl das vorher alles so genau berechnet war mit dem Treibstoff und der Trimmung und dem Platz und sowieso. Also Sumvorraete mit ein paar Euros ergaenzt, die Hunderttausenderpackel hingelegt und dann bekam er doch seinen Boardingpass. Ich wog erstaunlich schlanke 21 Kilo mit Handgepaeck, der Kameratasche verweigerte ich die Massebestimmung, weil hier, in dem Buch, dort steht, dass ich die Kamera so mitnehmen darf. Na gut, ich hatte mich drauf vorbereitet, aber sie akzeptierten das eh ohne Widerspruch. Und mein Einzelkilo wurde mir auch gnaedigerweise erlassen. Wir waren uebrigens nicht die Einzigen, denen derartige Behandlung zuteil wurde, auch andere Passagiere, und nicht nur die westlich Reichen, sondern auch eher usbekisch anmutende, mussten loehnen. Sorgte fuer gute Stimmung allerortens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann Zoll. Ok, wir mussten doch noch zwei neue Zollerklaerungen ausfuellen. Dann Passkontrolle. Ich durfte durch, Holger musste &lt;i&gt;alle&lt;/i&gt; Hotelbestaetigungen vorweisen. Habe ich das erwaehnt? Damit man nicht subversiv in den Bergen abtaucht, braucht man am Ende fuer jeden in Usbekistan verbrachten Tag einen Wisch vom Hotel, wo Anfang und Ende des Aufenthalts drinstehen. Gibt natuerlich kein Formular dafuer, und so sammelt sich eine lustige Auswahl an Zetteln aller Art mit Stempeln, handschriftlichen Notizen und so weiter, manche geben gar nur Post-Its her, manche Briefmarkengrosse Fuzzeln, manche sogar richtige Formulare. Die musste Holger also praesentieren, bevor sie ihn rausliessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unsere Rest-Sums setzten wir in Nescafes um, nicht ohne vorher nochmals durchleuchtet zu werden. Holger musste sich seiner Schuhe entledigen, er sah so gefaehrlich aus. Meine Sandalen durfte ich anlassen, eine weise Entscheidung der Security. Endlich, Flug. Ereignislos. Doch, so ein Hendl mit Kaese drin gab&#039;s, als Beilage Lachs und Krebsersatz. Mmmh, Fruehstueck. Meine Schlafversuche wurden durch exzessive Schweissausscheidung immer wieder unterbrochen, ich gab&#039;s relativ bald auf. Lesestoff war am Tashkenter Flughafen ebenso rar wie im Rest des Landes: Ausser ein paar Raetselhefte auf Usbekisch kein Futzel bedrucktes Papier zu kriegen. Zeitung? Nix. Buecher? Ha! Erwaehnte ich das? Bei ein paar traurigen Staenden gibt&#039;s uralte Schulbuecher, so Biologie fuer die 3. Klasse Volksschule, das war&#039;s. Echt. In Samarkand, Bukhara, Khiva gaebe es ein Kunstbuch zu erstehen (immer dasselbe!), aber ziemlich teuer. Stolz werden schlecht gebundene Heftln hier in Glasvitrinen in Museen praesentiert, zu kaufen gibt&#039;s aber nix. Da war ich schon hocherfreut ueber die englische Moscow Times, die man uns anbot, ich verschlang sie geradezu, sogar den Sportteil (Golf, Baseball und Pferderennen, kein Wort ueber Le Tour!) und die Anzeigen. Wer eine Wohnung sucht: 60 m2 gibt&#039;s um wohlfeile 1500 Dollar / Monat, dafuer mit Secure Parking Lot. Telefonnummer habe ich mir keine notiert, aber an kontaktwilligen leichtbekleideten Frauen mangelt es in Moskau auch nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um 8 Lokalzeit, also nach 5 h Flug dann endlich am Sheremetyevo (oder so). Transit-Prozedur, also neuen Boarding Pass holen, misstrauisch mit dem Passbild verglichen werden, ein paar Minuten vor einer verschlossenen Tuer warten, bis einer Zeit zum Aufmachen findet, dann noch ein bissi herumlurchen, bis Boarding. Nochmals Security-Check, wieder herumlurchen, ins Flugzeug, warten, abheben, warten, landen, warten, aussteigen, warten. Fliegen ist wirklich oed. Man latscht irgendwo hin, wartet, dann tut sich ein bissi was, man muss Zetteln herzeigen, bekommt andere Zettel, geht weiter, wartet, Zettel herzeigen, Zettel minus Anhang wieder entgegennehmen, warten, Schuhe ausziehen, Taschen ausraeumen, erklaeren, dass das nur ein Fotoapparat ist, Schuhe anziehen, warten, Zettel herzeigen, warten, oed, oed, oed. Aber schliesslich erreichten wir Wien, mussten nur noch zwei Mal unsere Paesse zeigen (diese neuartige Sitte, dass man nicht mal aus dem Flugzeug darf ohne einem bewaffneten Kieberer seinen Pass zu zeigen, die nervt wahrlich, wirklich!), aufs Gepaeck warten, auf die S-Bahn warten, auf die U-Bahn warten, auf die Strassenbahn warten, dann: Dusche! Kaffee! Halleluja!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geschlafen habe ich noch immer nicht, aber es wird langsam kuehl genug dafuer. Und das werde ich ausnutzen, also muss das Fazit bis morgen warten. Warten! Argh!  
    </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 22 Jul 2006 22:49:42 +0200</pubDate>
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    <title>Die Schiffe!</title>
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            <category>Zentralasien</category>
    
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    <author>nospam@example.com (hEkker)</author>
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    Heute waren die Schiffe dran. Also die Museumstante gestern (weiss nicht, ob ich das erwaehnt habe, die freundliche Frau Chefin, die uns den Taxler gecheckt hat) hat ja noch gefaselt, dass die alle weg waeren, nur eins oder zwei noch irgendwo.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dementsprechend niedrig waren meine Erwartungen. Das deutsche Paerchen (eigentlich Franzoesisch-Deutsch, Krautin mit Froschfresser) sagte kurzfristig ab, weil die Frau Kraut krank geworden ist. Gute Besserung jedenfalls, es waere im winzigen Wagen eh sehr eng gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also rasten wir zu zweien los, und nach einem kurzen Vegetationsablichtungsstop erreichten wir Moynaq. Die drei Stunden Fahrtzeit waren gut geschaetzt, es wurden dann noch mehr, weil wir gleich ein paar Kilometer weiterfuhren, wo mal der Hafen war (oder so). Jetzt ist dort, ausser ein paar verrosteten Gebilden nix mehr zu sehen. Mit vorwurfsvollem Blick nahm ich zur Kenntnis, dass die Leute hier offensichtlich die Metallplatten von den Schiffen als Zaeune verwenden, das sah sehr, sehr seltsam aus. Vor allem, weil hier doch alles recht rasch korrodiert, ueberall Salz. Am Boden, in der Luft, nur nicht im Essen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort stapften wir etwas lustlos herum, die Kinder waren jedenfalls begeistert. Ich erwartete mir dann noch einen kurzen Museumsbesuch, den gab&#039;s auch, nachdem sie den Mann mit dem Schluessel gefunden und abgeholt haben. Dort standen ein paar ausgestopfte Tiere herum und es gab Gemaelde von frueheren glorreichen Zeiten mit Hafen, Ufer und gluecklichen Fischern, von etwas spaeteren ungluecklichen Zeiten mit Schiffen in der Wueste. Na wenigstens gezeichneterweise wuerde ich sie sehen. Dann noch die Festschrift zum 50. Jahrestag der Fischfabrik, die ja sogar nachdem der Aralsee endgueltig fischfrei war (zu viel Salz, zu wenig Wasser) weiterbetrieben wurde, mit importiertem Wasservieh halt, aber auch nicht lange. Im Buch jedenfalls standen glueckliche Arbeiter vor Reihen schimmernder Konservendosen und wettergegerbte Fischer winkten von den Booten. Jetzt: Trostlosigkeit. Schilf, viel Schilf, ein paar Buesche, sonst nix. Hinige Haeuser, ein paar Leute. Leere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich hatte schon abgeschlossen mit Moynaq, aber dann kam der Hoehepunkt des Tages, wenn nicht der Reise. Wir kletterten ins gluehende Auto, so ein junger Typ setzte sich dazu und leitete den Fahrer ueber Feldwege in die Wueste. Da waren sie: Verrostete Riesen, halbzerlegt, mitten im Gebuesch. Dazwischen salzige Lacken und vor allem heisser Sand mit vielen Muscheln drin. Aergstens. Stimmungsvoll. Absurd. Ich war ganz hin und weg und spuerte gar nicht, dass meine Uhr irgendwas mit 46 Graedern mass.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Endlich hatte ich genug fotograbuedelt und es ging auf den Rueckweg. Nach ein paar vielen Kilometern waren wieder Zeichen der Zivilisation zu sehen, und wir kehrten auf Lagman und Cola ein. Schliesslich noch ein Stop in Mizdakhan, wo ein paar kaputte und ein paar intakte Mausoleen in einem noch funktionierenden Friedhof herumkugelten. Eins war besonders beeindruckend, auch weil es eigentlich eher schlicht war. Der Fahrer erging sich in religioesen Bekundungen, wir fotograbuedelten herzlos. Drin soll angeblich, hat mir meine Frau Fuehrerin im Museum gestern verzaehlt, eine Prinzessin ruhen, die gemeint hat, sie heiratet den Hawara, der ihr ein besonderes Mausoleum hinstellt. Das tat einer und meinte, wenn da einer runterfaellt, dann ist er tot. Glaubte sie nicht, er machte einen Selbstversuch und ging prompt drauf. Das fand sie dann so traurig, dass sie sich gleich hintennachstuerzte. Der Fliesenboden, Ort des Doppelaufschlages, ist jetzt abgesperrt, und die beiden liegen dort herum und werden offenbar recht verehrt, der Fahrerreaktion nach zu schliessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch dort stapften wir noch ein bissi herum, ganz faszinierend der seltsame Brauch, Steine und Ziegel von kaputten Mausoleen zu kleinen Saeulen aufzuschlichten. Die gibt&#039;s dort zu hunderten. Und kleine aus Holz gebastelte Schaukeln, mit Steinen drin. Mangels Russisch- bzw. Englischkenntnissen blieb mir der tiefere Sinn leider verborgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tja, der Rest des Tages bestand aus Herumlurchen. Mein Verdacht, dass es sich bei unserem Hotel um einen Ort von zweifelhafter Tugendhaftigkeit handelt, verhaertete sich. Gestern waren zwei gar luftig gekleidete Damen herumgeschwirrt, aufs herzlichste von so einem Zuhaeltertypen begruesst. Eine blieb in Lauerstellung in der &quot;Lobby&quot;, die andere verschwand alsbaldigst nach oben. Seltsam, und heute trat einer der zahlreichen Bisnessmen an die Rezeption und verhandelte dort eine Zeitlang. Ich verstand nur &quot;Shenshyna&quot;, also Frau, das fiel mehrmals, dann zaehlte er aus einem Buendel Tausender runter und ging wieder nach oben. Holger glaubt mir das alles natuerlich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie auch immer, morgen wird noch ein Lurch- und Luemmeltag, wie schon erwaehnt haben wir bis zum Abflug um 22:00 nix mehr wirklich vor. 00:00 werden wir dann in Tashkent sein, dort wieder warten, weil um 4:55 fliegen wir nach Moskau. 
    </content:encoded>

    <pubDate>Thu, 20 Jul 2006 22:38:00 +0200</pubDate>
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<item>
    <title>Im langsamsten Internetcafe der Welt</title>
    <link>http://offler.hoppa.la/~hekker/bagetuch/index.php?/archives/70-Im-langsamsten-Internetcafe-der-Welt.html</link>
            <category>Zentralasien</category>
    
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    <author>nospam@example.com (hEkker)</author>
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    Aber es hat eine Klimaanlage, da ist mir das recht, sehr recht. Heutige Tageshoechsttemperatur: 44 Celsiusse, und ich machte ja den Fehler, den Wetterbericht fuer Nukus anzusehen: Tendenz steigend!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber alles der Reihe nach. Wir vertaten uns wahrscheinlich im Taxistandplatz, weil wir nur ein Exklusivauto fuer uns fanden, 6000 Som wollte er fuer eine Fahrt nach Urgench, der Umsteigeplatz. Dort fanden wir wieder kein Sammeltaxi nach Nukus, aber weitere 6000 brachten uns nach Biruni, wo wir dann endlich wie langvermisste Soehne in Empfang genommen und zu zwei Usbeken ins Auto verfrachtet wurden. Interessanterweise kosteten die letzten 100 km dann nur noch 5000 Som pro Nase, aber gut. Die Fahrt war faszinierend - wir verliessen das Amu Darya-Ufer und fuhren in die Huegel. Also eine trostlosere Mondlandschaft habe ich bisher nicht gesehen. Aber trotzdem, immer wieder Siedlungen mitten im Nichts. Dann, jenseits der Kuppe, wieder Gruen am Horizont, es ging hinunter und da wurde dann auch wieder Reis angebaut. Sehr seltsam, das alles.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hotel Nukus hatten sie aufgrund von Franzoseninvasion dann nur noch ein Zimmerchen uebrig, das sie uns fuer USD 30 ueberlassen wollten. Nope, meinten wir, Klimaanlage geht nicht, also fuer heute nur USD 20, morgen ziehen wir dann um. Mir schaudert, oder besser steht schon der Schweiss, beim Gedanken an die Nacht, denn es kuehlt kaum ab. 32 oder 33 Grad, da packen die hier schon die Wollsocken aus. Nukus ist wie erwartet: Geometrisch angelegte Soviet-Boulevards, nix besonderes. Aber dafuer erstmals wieder sowas wie eine lebhafte Lokalszene: Ein Kaffee schliesst sich an das andere an. Aber alles eher Loecher in der Wand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir begaben uns zum Savitzky-Museum, eine rare Oase der Kultur in der Wueste. Und es war tatsaechlich genial, nicht nur wegen der Klimaanlage. Holger verweigerte total, er begleitete mich nur, um mit der Frau Chefin dort das Taxi fuer den morgigen Ausflug zum Aralsee, bzw. zum ehemaligen Ufer des Aralsees abzuklaeren. Die will stolze USD 75 fuer einen kleinen Daewoo Matiz fuer den Tag, ok, kaufen wir, was bleibt uns anderes uebrig. Ok, wir koennten am Basaar selbst einen anheuern, aber das Problem ist, dass uns ein Israeli schon berichtet hat, dass der Fahrer da keine Ahnung hatte, wo die Schiffe sind, wo das Museum ist. Er ist dann relativ ziellos eine Zeitlang in Moynaq herumgewandert und hat aufgegeben. Ach ja, die Schiffe! Moynaq ist ja mittlerweile 140 km vom Ufer entfernt und der ehemalige Hafen soll ja wirklich sehenswert sein. Gewesen sein. Weil den Schiffsfriedhof haben sie zerlegt, hat uns die Chefin heute mitgeteilt. Heul! Ja doch, nur mehr 2 oder 3 sind uebrig. Schluchz. Alles umsonst? Wir werden sehen, ob die spezielle Stimmung der sterbenden Stadt das ausgleichen kann und 6 Stunden Fahrt wert ist, wenn man mal den Umweg ueber Nukus nicht mitzaehlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das tue ich auch deswegen nicht, weil das Savitzky-Museum diesen Umweg wirklich fast wert war! Ok, Holger ist anderer Ansicht, aber der war ja auch nicht drin. Also, was ist dran so besonders, dass selbst die Busse hier ihre Touristen ausspeiben? Die zweitgroesste Sammlung russischer Avantgardisten nach St. Petersburg zum Einen. Oed, moechten manche sagen, aber ich gehoere nicht dazu. Ausserdem gibt es das, was es in Khiva in zweifelhafter Guete ausgestellt gab, noch einmal, ordentlich beschriftet und praepariert: Kunstgegenstaende und archaeologische Ausstellung ueber Khorezm und Karapalkak, auch turkmenische und kazakhische Volkskunst war dabei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Herr Savitzky hat sich, scheint&#039;s, waehrend des 2. Weltkriegs in die Gegend verliebt, und ist spaeter als Zeichner einer archaeologischen Expedition wieder zurueckgekehrt. Selber Kuenstler hat er es schade gefunden, dass niemand usbekische Maler ausstellt und neben einer umfangreichen Sammlung der lokalen Volkskunst auch angefangen, deren Werke zu sammeln und hat auch ein paar unsowjetische Avantgardisten mitgenommen. Das Ergebnis: Erstaunlich!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich buchte gleich auch eine Fuehrung, ein wirklich nettes und huebsches Maedl erbarmte sich meiner und erzaehlte mir so einige interessante Sachen, hauptsaechlich aber ueber die Volkskunst. Sie war ganz hin und weg und begeistert und neidisch, als ich ihr vom Louvre erzaehlte (sie hat mich gefragt, so ein Angeber bin ich nicht!), weil sie auch ein paar Repliken aus der aegyptischen Sammlung desselben herumkugeln haben. Das haben die obersten Sowjets irgendwann in Auftrag gegeben und auf die verschiedenen Museen verteilt. Sehr kurios.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mich faszinierte aber hauptsaechlich die Malerei, obwohl der Schmuck, die Stickereien und die prachtvollen Kleider der karakalpakischen Frauen auch nicht verachtenswert sind. Und die gab einiges her! Russischer Avantgardismus ist eine bunte Stilmischung aus Kubismus, Impressionismus, primitiver Malerei und was weiss ich alles, und die Usbeken haben noch einen Zahn dazugelegt und neben diversen orientalischen Traditionen auch noch einen Hauch Rubens und Van Gogh und weiss der Geier noch einfliessen lassen. Das ganze noch garniert mit etwas Soviet-Realismus (da faehrt der Traktor im Hintergrund vorbei), unpackbar!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_right&quot; style=&quot;width: 76px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;img width=&#039;76&#039; height=&#039;110&#039; border=&#039;0&#039; hspace=&#039;5&#039; align=&#039;right&#039; src=&#039;http://offler.hoppa.la/~hekker/bagetuch/uploads/lisenko-bull.serendipityThumb.jpg&#039; alt=&#039;&#039; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Lisenkos Stier&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;Das Glanzstueck ist ein blauer Bulle vom Herrn Lisenko, da stand ich gleich mal ein paar Minuten davor. Wusste gar nicht, dass ich so ein Kunstliebhaber bin, jedesmal, wenn es die Angebetete schafft, mich in eine Ausstellung zu zerren, gefaellt&#039;s mir eh, aber das war wirklich gut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leider fiel ziemlich bald der Strom aus, und ich konnte nicht alles angemessen wuerdigen. Auch die beiden Nebengebaeude blieben mir verborgen, naja, Freitag haben wir eh nix zu tun. Ein paar Gemaelde gewannen aber sogar durch die Dunkelheit, weil es ist keine gute Idee, zB Oelgemaelde direkt unter die Neonroehre zu haengen, das spiegelt ein bissi, gell, liebe Kuratorin?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Preisgestaltung ist etwas seltsam, zwar kostet der Eintritt nur ertraegliche 4000 Sum, die Fuehrung dazu gar nur 3000 Sum (= 2 EURonen), aber pro geschossenem Foto(!) wollen die dann noch einen Euro drauf. Wenn&#039;s dann wenigstens ordentliche Postkarten gegeben haette, aber das Angebot war auch eher traurig. Und die abgemalten Kopien, die sie in Haufen hatten, waren mir zu teuer, aber die Franzosen schlugen da gehoerig zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, das war&#039;s eigentlich auch schon. Ja, im Hotel laberten uns dann noch zwei Deutsche an, ob sie mit uns ein Taxi nach Moynaq teilen wollen, mal sehen, ob das was wird. Schlecht waer&#039;s nit, aber der Hawara ist so ein Lackl, und seine Freundin auch nicht gerade winzig, wie wir uns da in den Matiz falten werden koennen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schliesslich erstapften wir das lt. LP gute georgische Cafe Mona Lisa, das war tatsaechlich was anderes. Okroschka, eine kalte Suppe mit Rahm und Gemuese, war schon mal lecker, aber die Kjufte (nix zu tun mit Koefte!) waren echt nicht schlecht: Faschiertes in einem dicken Puree eingewickelt und dann gebacken. Alles, nur kein Shashlyk!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tja, und jetzt, das ewige Warten auf den Seitenaufbau. 
    </content:encoded>

    <pubDate>Wed, 19 Jul 2006 22:35:00 +0200</pubDate>
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    <title>The chicken does it again!</title>
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            <category>Zentralasien</category>
    
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    <author>nospam@example.com (hEkker)</author>
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    Juhu! Der Herr Rasmussen fuhr sich ins gepunktete Trikot! Ich wusste es, dass er noch Kraft in den daenischen Wadeln hat! Und ich werde es mir daheim auch ansehen, denn mein netter Bruder zeichnet die TdF natuerlich in allen schmutzigen Details auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schade nur, dass der Schurli abgebrochen ist, mit den Sprintern ins Ziel zuckeln, nicht mal in der offiziellen Karenzzeit und nur durch Gnadenakt der Jury noch im Rennen zu bleiben, das ist ja wirklich ein Jammer!  
    </content:encoded>

    <pubDate>Wed, 19 Jul 2006 19:42:45 +0200</pubDate>
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    <title>Baba, Khiva</title>
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            <category>Zentralasien</category>
    
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    <author>nospam@example.com (hEkker)</author>
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    Weil jetzt gerade noch Zeit ist, ein kleiner Nachtrag: Das netteste Lokal in Usbekistan war auch heute wieder unser Ziel. Wir schnabulierten unseren Plov zwar zuerst noch woanders, kehrten dann aber doch reumuetig zur Suppenkueche zurueck, wo wie immer netteste Bedienung und freundliche Atmosphaere mitten in den Monumenten wartete. Sehr stimmungsvoll, uebrigens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also alles ist doch nicht schlecht! Holger spazierte heute aber mal raus in die &quot;Neustadt&quot;, die waren da nicht so gastfreundlich. Anscheinend alles recht aermlich rundherum, da versteh&#039; ich das schon irgendwie, denn hier muss ordentlich Knoedel reingeflossen sein, das anderswo wahrscheinlich fehlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wie auch immer, ich bin schon gespannt auf Nukus, die Hauptstadt der autonomen Provinz Karakalpakstan (spricht sich nicht so leicht aus!), die von den zentralasiatischen Arschkarten wirklich die erbaermlichste gezogen hat, wenn man mal von dem kasachischen Atomtestgebieten absieht. Ob da noch mal so ein freundliches Lokal wartet? 
    </content:encoded>

    <pubDate>Tue, 18 Jul 2006 23:12:00 +0200</pubDate>
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    <title>Im Freilichtmuseum</title>
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            <category>Zentralasien</category>
    
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    <author>nospam@example.com (hEkker)</author>
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    Khiva ist so ein bissi ein saubergeschlecktes Freilichtmuseum, noch mehr als Bukhara sogar. Ausserdem ist alles sehr ueberschaubar - gerade mal 700x400 Meter oder so sind von der restaurierten Stadtmauer umschlossen, drin ist alles pipifein und sehenswert, draussen lauert die Sowjet-Vorstadt. Kaum genug fuer 2 Tage Hardcore-Sightseeing, im Lonely Planet meinen sie sogar, ein Day Trip von Urgench aus wuerde reichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das mir gerade recht, weil gestern lag ich flach. Noch besser: Weil unsere Dusche hinueber war, wurden wir gratis (hoffentlich?!) auf ein Zimmer mit Klimaanlage raufgestuft. Noch besser: Das Rudel Franzosen schlich sich, um 7 in der Frueh mondieuten sie aufgeregt herum, bevor sie sich mit einem finalen Oh lala in den Bus schlichteten und verschwanden. Jetzt ist es ziemlich ruhig im Hotel, was auch unseren Rabatt etwas erklaert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich verpennte also den ganzen Tag, waehrend Holger brav zwischen den Monumenten herumstreunte. Am Abend gab&#039;s nach einem gemuetlichen Spaziergang und einigen Stimmungsfotos dann wieder lecker Suppe, aber leider war die Internet-Linie gestorben, also kein Eintrag. Nicht, dass es was zu berichten gegeben haette, sogar die Tour de France hatte Ruhetag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute erhob ich mich dann, eingedenk der gestrigen Nachmittagsbullenhitze um 7, fruehstueckte zaghaft (das Spiegelei mit Pommes liess ich wieder mal stehen), schulterte Fotoapparat und Lonely Planet, dann ging&#039;s los. Tja, wirklich nicht gross. Aber dafuer von vorn bis hinten vollgestopft mit Sehenswuerdigkeiten. Medressen, Moscheen und Mausoleen zum Saufuettern! Alle nicht unhuebsch, und mit ein paar Palaesten garniert wird&#039;s auch nicht fad. Hier und da hatten sie ein kleines Museum eingerichtet, von denen die meisten aber hoechstens kurios waren. Was zwischen Gemaelden von Khanen, Emiren und sonstigen Herrschern die eingelegten siamesischen Zwillinge verloren hatten, weiss ich nicht. Auch das Naturmuseum hatte mit seinen raeudigen ausgestopften Hendln eher nur Unterhaltungswert. Die Fuehrer rundherum wussten stundenlang zu erzaehlen, aber dummerweise nur auf italienisch, franzoesisch oder usbekisch, keine Reinlauschmoeglichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz Stadteintrittskarte (fuer hiesige Verhaeltnisse stolze 7 Dollar) musste man hier und da noch extra bezahlen, es hielt sich aber in Grenzen. Auch die Hitze war ertraeglich, mit vielen Pausen und ein paar Litern Wasser + Cola. Vom hiesigen Heilmittel Gruener Tee halte ich nicht viel, zumindest kurzfristig schwitze ich in Baechen nach einer Kanne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich musste dann doch wieder eine kleine Hotelunterbrechung einlegen zwecks Besuch des Porzellanthrons, dann staubte ich noch die restlichen Sehenswuerdigkeiten ab. Nachmittag ist dazu nicht die beste Zeit, glaubt&#039;s mir. Also weiter ruhen, und jetzt warte ich eigentlich nur mehr darauf, dass es Zeit wird zum Abendfuttern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mal sehen, wie&#039;s in Nukus wird, aber ich befuerchte, auch nicht viel aufregender. Das Savitzky-Museum geniesst einen gewissen Ruf als zweitgroesste Kunstsammlung der Ex-SU nach St. Petersburg, aber in einem Kaff mitten in der Wueste? Die gestrandeten Schiffe am Aralsee werden auch bestenfalls fuer einen Tag Unterhaltung sorgen, also erwarte ich mir eine ruhige Zeit und hoffe, dass das Lesematerial reicht. 
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    <pubDate>Tue, 18 Jul 2006 18:41:00 +0200</pubDate>
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    <title>Kaputt in Khiva</title>
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            <category>Zentralasien</category>
    
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    <author>nospam@example.com (hEkker)</author>
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    Leute, ich sag&#039;s euch, irgendwas hat mich erwischt. Ich bin ziemlich gaga, meine Verdauung zuckt durch und mir ist die ganze Zeit leicht schwindlig. Hier gibt&#039;s so eine Spezialsuppe, die ist wirklich wie geschaffen fuer den angegriffenen Magen/Darmtrakt, ohne Fleisch, Oel, nur Gemuese, Reis und dann kann man noch Joghurt reinschaufeln. Schmeckt lecker, hat mich aber auch nicht rausgerissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon am Morgen fuehlte sich der Magen grummelig an und mir war nicht sonderlich wohl. Die Autofahrt heute war alles andere als vergnueglich: Wir fuhren gegen 9 los, weil uns der Fahrer schon vorher drauf hingewiesen hat, dass es am Nachmittag etwas waermer wird. Das hat schliesslich auch Holger ueberzeugt, obwohl er gar nicht gluecklich war. Zuerst erreichten wir die Wueste, es wurde langsam richtig karg, sandig und spaerlich bewachsen. Sogar die Wanderduenen wollten ohne Zebrastreifen die Strasse ueberqueren. Holger sah auch endlich jenes seltsame Tier, das ich zu seinem grossen Neid und Frust in Samarkand erspaeht hatte und identifizierte es als Schleichkatze. Mittendrin war dann eine Jurte, mit den Dingern hatte ich eigentlich abgeschlossen, als wir Kirgisien verliessen. Sehr schoen. Sogar zwei Schafherden bloekten herum, und ein Kind kam zwischen den trockenen Bueschen hervorgelatscht. Ein seltsamer Anblick, mitten im Nichts. Die Strasse machte auf 300 km vielleicht fuenf oder sechs Kurven. Polizeichecks gab es auch genug, aber der Fahrer leierte immer irgendwas von Tourist, Tourist und deutete auf uns, das schien zu helfen - wir durften ueberall anstandslos durch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir erreichten den Amur Darya, Grenzfluss zu Turkmenistan und angeblich voller Fische. Einen davon (ein Wels, der uns noch zuckend praesentiert wurde) durften wir bei der Mittagsrast futtern. Ich kaute lustlos und vorsichtig ein paar Stuecke, naja, Fisch halt. Einfach frittiert und dazu eine komische rote, leicht scharfe Sauce, nicht so umwerfend insgesamt, auch Holger nicht, eigentlich der Fischveraechter keiner. Das Klo war ein Erlebnis der Spezialklasse, aus Ruecksicht auf die juengeren Leser gehe ich aber nicht naeher drauf ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir lehnten einen Ausflug zu irgendwelchen Ruinen ab, der haette uns nochmals USD 30 gekostet, das war es uns nicht wert. Den Stopp holten wir dann bei einer Bahnbruecke nach - Stau, weil Schranken zu. Weit und breit kein Zug in Sicht, aber die anwesenden Polizisten blieben hart, auch der &quot;Tourist, Tourist!&quot;-Joker zog hier nicht. Wir stiegen aus und machten es uns gemuetlich. Ha! Kein Schatten weit und breit, nicht mal der Lastwagen hinter uns warf einen nennenswerten solchen. Wasser hatten wir in Erwartung einer raschen 4 - 5stuendigen Fahrt keines gebunkert. 43 Graeder laut Uhr, unpackbar. Erst nach einer Stunde zuckelte ein Gueterzug vorbei, und wir durften nachfahren: Die Bruecke bestand tatsaechlich nur aus einer Spur, fuer Zug, Verkehr und Gegenverkehr. Wir hatten sogar noch Glueck, die anderen mussten noch warten, bis wir drueber waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von hier an wurde die Landschaft ploetzlich gruener und anscheinend auch intensiv bewirtschaftet. Neben Obstbaeumen, Mais und sonstigem vermeinte ich ein Reisfeld zu erkennen - Holger bestritt! Nein, ich hatte mich wirklich nicht geirrt, die bauen hier Reis an. Sinn und Zweck und Wirtschaftlichkeit dieses Unterfangens bleibt mir schleierhaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen halb Fuenf erreichten wir schliesslich Khiva: Schmuckes Staedtchen! Er lud uns bei seines Bruders Hotel ab, zuerst wollte er noch USD 30 fuers Zimmer, bekamen taten wir es fuer USD 20. Ein Abstieg eigentlich, weil weder Fernsehen noch (schlimm!) Klimaanlage. Dafuer ist es recht nett, aber halt voller Franzosen. Die schurlen hier ueberall herum, aus jeder Ecke toent es &quot;Mon Dieu!&quot; und &quot;Oh la la!&quot;. Ehrlich, kein Monty Python-Sketch, es fehlen nur noch die gestreiften Leiberln und die Baskenmuetzen, Akkordeon spielen sie zum Glueck auch kaum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich soff ein paar Liter und versuchte, etwas zu schlafen. Das Zimmer ist nicht wirklich kalt, und ein paar Klobesuche spaeter gab ich dann schwitzend auf. Wir suchten ein Fresslokal, fanden erwaehnte Suppe. Die Versorgung wird spannend, Khiva ist mehr Freilichtmuseum als sonstwas. Dafuer wirklich alles toll hergerichtet und in der Nacht auch stimmungsvoll und gar nicht kitschig beleuchtet. Ob die Sehenswuerdigkeiten fuer 2 Tage reichen, wird sich noch herausstellen, aber bei den Temperaturen sollten wir es eh eher gemuetlich angehen. 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sun, 16 Jul 2006 22:07:00 +0200</pubDate>
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    <title>Old Building Overload</title>
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    <author>nospam@example.com (hEkker)</author>
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    Heute war es heiss, richtig heiss. Gestern wehte noch ein leichter Wind, und ab und zu war sogar ein Woelkchen am Himmel, trotzdem schwitzten wir beide gut. Heute war es dann richtig heiss, und jetzt weiss ich, warum kaum eine Sau hier ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir waren heute in der wahren, richtigen Touristengegend unterwegs, und es scheint wirklich alles auf fanatische Menschenmassen mit Fotoapparat, Reisefuehrer und unersaettlicher Souvenirlust abgerichtet zu sein. Jetzt kommen ca. 5 Schundtandler auf einen Touristen, das merkt man. Schon. Ich will diesen Eintrag nicht sauer ausklingen lassen, deswegen tue ich mich gleich jetzt beschweren. Es mag ja sein, dass hier hauptsaechlich Tourgruppen unterwegs sind, die allerhoechstens mal ein Seidentuch oder einen Teppich brauchen, und Nebensaison, auch gut, aber hier gibt&#039;s fast nichts. Getraenkestandl muss man suchen, Snacks kann man sowieso gleich vergessen (anderswo gibt&#039;s an jeder Strassenecke einen freundlichen Somsa-Haendler), selbst Cafes zum Hinsetzen sind sehr, sehr selten. Ich meine, gibt&#039;s das? Essen und trinken diese Reisegruppen wirklich nur im Hotel oder ausserhalb in den Riesenrestaurants? Ausserdem: B&amp;B gibt&#039;s wie Sand am Meer, das passt irgendwie alles nicht zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und erst die Abendverpflegung: Katastrophal, wie gestern schon angedeutet. Wirklich ein Tiefpunkt auf dieser Reise, bisher war ich, vor allem drueben in Kg, noch so gluecklich mit dem Angebot an Speis und Trank, aber Bukhara? Vergiss es! Warmes Bier, innen blutigen Shashlyk, Miniportionen fuer den dreifachen Normalpreis. Wer hierher kommt, sollte sich ein paar Packerlsuppen einstecken, wirklich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ok, jetzt der positive Teil: Die alten Haeusln sind wirklich grandios. Und das Flugticket bekamen wir, wenn auch der Abflug ein bissi spaeter ist, als geplant. Wir werden ca. um Mitternacht in Tashkent eintrudeln, also nur ca. 2, 3 h am Flughafen herumkugeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir latschten auf die vom LP vorgeschlagenen Walking Tour. Gegen 10 ging&#039;s los, zuerst waren wir noch nicht so erfolgreich. Die Synagoge entzog sich unseren Blicken, bei einem Basaar latschten wir glatt vorbei, ohne ihn zu sehen und erst das Haus eines reichen Kaufmanns konnten wir erlegen. Das war wirklich toll, sehr huebsch hergerichtet, ziemlich gross. Der Typ muss viel Geld gehabt haben. Es gibt ein eigenes Haus fuer die Frauen, eins fuer die Maenner. Mit Zimmern fuer alle Jahreszeiten, mal zwei natuerlich, weil die Gaeste! Und dann nochmals mal zwei, weil Mandi und Weibi. Tja, so ging&#039;s zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann weiterstapfen, ein Mausoleum hier, eine Medressa da, eine Moschee zwischendrin, und dann noch die Basaare. Hui. Zu viel zum Aufzaehlen, unbeschreibbar sowieso. Aber irgendwann setzte der Old Building Overload ein, und ich konnte eine blaue Kuppel nicht mehr von der anderen unterscheiden. 7h Hardcore-Sightseeing bei 40 Grad, 120 Fotos, dabei war ich noch sparsam, und endlich waren wir am Ziel und liessen uns zu Cola + Eis nieder. Zusammenfassend bleibt zu sagen: Wahnsinn! Beeindruckend! Atemberaubend!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ach ja, Fotos: Meine letzte Karte laeuft langsam voll, und natuerlich ist in dieser Touristenstadt(?) kein Internetcafe, das mir eine CD brennen koennte. Bei einem steht&#039;s gross drauf, aber das hatte noch nie offen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurde 6, und die englisch uebende Museumsfrau tauchte nicht auf. Holger latschte noch zum Char Minar, es war sau, sauheiss, also klimatisiertes Zimmer + TdF. Fade Etappe irgendwie, dafuer schleifte unsere Hotelfrau einen Chaffeur an, der uns nach Khiva bringen wollte. Ein paar harte Verhandlungsrunden spaeter akzeptierte er USD 30 fuer 500 Wuestenkilometer. Ok, mit dem Sammeltaxi waer&#039;s billiger gewesen, aber auch nicht viel, wahrscheinlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann gingen wir essen, darueber verliere ich jetzt aber mal kein Woertchen. 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 15 Jul 2006 20:59:00 +0200</pubDate>
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    <title>Ye olde Bukhara</title>
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    <author>nospam@example.com (hEkker)</author>
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    Steht im Lonely Planet, weil die Stadt so geschniegelt, gestriegelt und aufgemotzt ist. Naja. Alles recht huebsch und beeindruckend riesig, aber fuer eine Touristenattraktion erster Guete eine herbe kulinarische Enttaeuschung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir pennten tief und fest, das wohlverdiente Fruehstueck danach reichte nicht ans &quot;Please, breakfast!&quot; heran, war aber essbar. Von Milchkaffee mit Zucker fest installiert stiegen wir auf Gar kein Kaffee ab. Dann Punkte abhaken: Flugticket von Nukus nach Tashkent, moeglichst Freitag Abend, damit wir dann die Nacht romantisch am Flughafen verbringen koennen, weil zurueckgeflogen wird um 4 in der Frueh. Alle Reisebueros waren zu, sogar die Touristeninformation. Ja, ich meine, es ist Freitag, und Islam und so, aber ich dachte, Wochenende sei&#039; hier Stalin sei Dank am Sonntag? Und Tourist ist ein 7-Tages-Job, da kann man halt keine Ruecksicht auf lokale Gegebenheiten nehmen! Wie auch immer, ein Reisebuero in einer engen Seitengasse, nur durch ein kleines Schildchen ausgewiesen, fanden wir, traten durch die 1.20m hohe Tuer ein, fanden nach der Kueche auch noch das Buero, da stand dann einer herum, der reagierte auf die Frage so, als ob er erst mal ueberlegen muesste, was ein Flugzeug ist, und warum man dafuer Fahrkarten braucht. Aber er war dann ganz zuversichtlich, und meinte, morgen wuerden wir die Tickets fuer wohlfeile USD 56 in die Hand gedrueckt bekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ok, Punkt eins. Dann brauchten wir noch ein Buendel Geld. In der Wechselstube wollten sie aber nur Dollar. Nix Euro. Aha. Wir sollten zu blabla gehen. Wohin? Nummer 48! Hae? Sie deuteten auf den Lonely Planet. Karte, aha, Nummer 48, das Hotel Bukhara Palace. Sowas, jetzt redet man nur mehr in Lonely-Planet-Indizes miteinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir stapften dorthin, etwas abseits der Walking Tour, die wir uns eigentlich vorgenommen hatten. Aber wenigstens wollten sie meine Euros zu einem dicken Packen Altpapier konvertieren, und ganz ermutigt von diesem Erfolg liessen wir uns zum Espresso nieder, der wieder einmal besser als ein Stein am Schaedl war, mehr aber auch nicht. Und weil wir schon herunten waren, stapften wir auch nicht auf die Walking Tour, sondern zum Juedischen Friedhof, und dann noch zu einer Moschee, die der Dumont als einzigartig und einen Besuch wert fand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es hitzte ordentlich, und der Friedhof war so aufregend nicht. Ob es Absicht war, dass die meisten Graeber zubetoniert sind? Die moderneren Graeber sahen aus wie die in Samarkand. Hm. Das Highlight: So ein Wasserkuehlhaus, wie ich es bereits im Iran gesehen hatte. Etwas versenkt im Boden, eine Steinkuppel darueber, gekroent von einem kleinen Tuermchen zum Lufteinlass. Drinnen: 10 Grad weniger als draussen (immer noch warm!), das war fein. Ach ja, und ein einsames angebundenes Schaf, das uns beduerftig und verzweifelt anbloekte, aber was versteh ich schon von diesen Viechern, vielleicht erzaehlte es ja auch einen Witz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tja, dann standen wir ein paar Mal vor verschlossenen Toren, in Sackgassen und vor hohen Mauern. Viele Umwege, durch eine Gegend, die ich nicht gerade als das Diplomatenviertel von Bukhara bezeichnen wuerde. Schliesslich, endlich, stolperten wir ueber eine Hochzeit, wo wir natuerlich gleich mit aufs Video mussten und die Braut samt Braeutigam ablichten mussten. Holger murmelte was von &quot;Sicher Zwangsheirat&quot; in seinen Bart. Dann, schliesslich, endlich, die Strasse hin zur Moschee - kein Schatten, viel Verkehr, viele Hochhaeuser, das soll Bukhara sein? Naja. Dann endlich, schliesslich, die Moschee selber, nach ca. 14 Liter vergossenem Schweiss. Hm. Naja. Alt ist sie ja schon, das sieht man ihr auch an. Aber vielleicht kenne ich mich einfach zu wenig aus. Fuer mich sah&#039;s jedenfalls nicht so besonders aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich war noch vom Vortag eher muede und die Hitze war ja wirklich nicht ohne, aber Holger wollte wacker weiter Sightseeing betreiben, waehrend ich ein kuehles Cola am Springbrunnen bevorzugte. Also teilten wir uns auf, ich ruhte etwas und shoppte sogar ein Souvenir, dann gab&#039;s Wiedervereinigung. Diesmal wollte sogar Holger etwas ruhen, bis wir in die alte Stadt zum Char Minar latschten, der bei der Walking Tour nicht dabei ist. Auf dem Weg vergeigten wir es aber und durch asynchrone Fotografiererei verloren wir uns in den verwinkelten Gassen, die wirklich ganz bezaubernd sind. Ich wurde bald von ein paar Kindern aufgegabelt und gegen Bezahlung in Form eines Kugelschreibers und mehreren Fotos hingefuehrt, wo ich eigentlich schon Holger vermutete, der war aber nicht da. Also erst mal ansehen, gegen moderate 400 Sum auch hinaufsteigen, wirklich schmuckes Ding. Nicht verpassen wenn in Bukhara! Vier huebsch renovierte Tuermchen sind&#039;s, mitten in diesem Gassengewirr auf einem ueberraschenden Platz aufragend. Wirklich, man sieht&#039;s nicht, wenn man eine Gasse weit weg ist, aber die Kinder schleifen einen schon hin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann richtete ich mich aufs Warten ein, und sass eine halbe Stunde unter den Baeumen und sah den Schaeflein zu, die da herumbloekten, unterhielt ein paar Kinder mit der Digitalkamera und Seifenblasen, dann dachte ich, ich schau mal ins Hotel. Dort kein Holger, also grosser Platz, wieder mal ein Cola. Eine alte Dame gab sich als Museumstante aus, die gerne ihr Englisch polieren moechte und erzaehlte mir die Geschichte Bukharas. Irgendwann bei Amir Timur winkte ich Timeout und schaute nochmals ins Hotel. Nix Holger, dafuer Tour! 10 Minuten spaeter wurde der Hunger aber so gross, dass ich auf eine Miniportion gebratenen Laghmans mit Salat Tourist und Cola ging, kein Holger. Dann erwischte mich die Museumstante, weil sie mir die Geschichte eigentlich noch fertig erzaehlen wollte, ich vertroestete sie auf morgen, weil ich muss Holger suchen! Aber der kam bald um die Kurve gestapft. Tja, irgendwo verpasst, beide abwechselnd umsonst am Platz gewartet, aber jetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hotel sah ich mir noch die Etappe fertig an, dann gesellte ich mich zu Holgers Abendessen auf ein Bier. Seine Suppe war auch nicht reichhaltiger. Seltsame Stadt. Wir waren uns einig, dass um den Hauptplatzspringbrunnen fast die einzigen Lokale sind, die wir gesehen hatten und die sind alle schlecht. Was tun? Verzweifeln. Khiva wird laut Lonely Planet auch nicht besser. Ach, wie geht Osh mir ab mit seinen tausend Cafes! Nicht mal eine grindige kleine Samsa gibt&#039;s hier! 
    </content:encoded>

    <pubDate>Fri, 14 Jul 2006 21:50:00 +0200</pubDate>
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    <title>Zugfahren ist lustig, Pt II</title>
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            <category>Zentralasien</category>
    
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    <author>nospam@example.com (hEkker)</author>
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    Die gestrige Reise hat ja etwas laenger gedauert als geplant, deswegen heute wieder ein rueckdatierter Eintrag!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir zahten ziemlich owe an diesem Tag. Der Zug sollte um 17:00 abfahren, die Tickets wuerden wir erst ab 15:00 bekommen, einen Grund dafuer haben sie uns gestern nicht genannt. Also, was macht man mit so einem halben Tag? Nix, am besten. Wir lurchten nur beim Onkel Bahodir herum, plauderten mit frischangekommenen Hollaendern, die natuerlich per Rad unterwegs waren. Sie erzaehlten garstiges aus dem Iran, Verhaftungen, 2 Wochen in Tehran festgesessen (schauder!), und anderes. Aber insgesamt waren auch sie mit ihrer Reise recht gluecklich. Tja, einige technische Details interessierten mich schon auch, vor allem, wie man von Italien bis Turkmenistan ohne einen einzigen Patschen kommen konnte, das faszinierte mich!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir schnappten dann noch den Italohelvetiker (dessen Blog uebrigens hier: &lt;a href=&quot;http://www.mauriziotibet.blogspot.com/&quot;  title=&quot;http://www.mauriziotibet.blogspot.com/&quot;&gt;http://www.mauriziotibet.blogspot.com/&lt;/a&gt; zu finden ist) und gingen nochmals in gestrige Mittagessenlokal auf Plov (Holger) bzw. Pelmeni (ich + er). Dann taxierten wir zum Bahnhof und durften ohne Passkontrolle erstmal gar nicht hinein. Was ist los? Ueberall Kieberer! Die Fahrkartentante erklaerte uns dann noch dazu, wir sollten es um 4 nochmals probieren. Aha. Wir richteten uns auf eine laengere Wartezeit ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich ging eine rauchen, ploetzlich laberte mich irgendjemand an - ob ich russisch und englisch koennte. Ja, ein bissi. Ok, mitkommen. Hae? Das passt mir aber gar nicht. Er schwallte mich unverzueglich voll, ich verstand nur die Haelfte, und wir gingen zu einem etwas zerknirscht dreinblickenden Paerchen: Er redete amerikanisch, sie sah chinesisch aus und beide hatten ein Problem. Langsam begann ich zu kapieren: Sie hatten versucht, einen Fruehzug zu nehmen, was ihnen misslang. Weil sie ihr Gepaeck nicht wieder in die Stadt mitnehmen wollten und es keine Gepaecksaufbewahrung gibt, haben sie den Friseur gefragt, ob sie es bis fuenf hierlassen koennten. Jaja, meinte der und kassierte 300 Sum dafuer. Sie fuhren unbeschwert nach Samarkand zurueck und als sie wiederkehrten, waren alle Geschaefte versiegelt, alles voller Polizei und ihre Taschen weg! Tja, die Kieberer hier hatten Panik wegen den Bombenattentaten in Indien, Karimov ist sowieso an der vordersten Front im Kampf gegen die Islamisten (siehe Andijan voriges Jahr), und die rueckten gleich mit dem Sprengstoffspezialkommando aus und entschaerften die schmutzige Unterwaesche. Panik! Was ist zu tun? Naja, nix, sie verstehen schon, Missverstaendnis! Weil der Friseur hat geglaubt: 5 Minuten, und sie haben geglaubt: 5 Uhr. Sie muessen nur auf den offiziellen Uebersetzer warten fuer das Gestaendnis, ahem, fuer die Aussage, und dann gehoert ihnen das Gepaeck wieder, geht sich alles aus mit dem Zug, immer ruhig!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um 4 bekamen wir dann auch unsere Tickets, alles laessig. Der Zug stand auch schon da, war aber zugesperrt. Warten in der Sonne. Schliesslich wurde eine (in Worten: eine) Tuer aufgemacht, da war natuerlich die Hoelle los und alle draengten sich rein. Auch Holger und ich kamen in die bereits ziemlich ueberfuellten Waggons, die im Uebrigen nach der vorigen Reise ein ziemlicher Schock waren: Zweistoeckig wurden die Leute hineingepfercht auf grauslige Plastikbaenke. Vorne war noch ein Waggon, aber da war die Verbindungstuer zu. Wir warteten etwas, dann deutete uns jemand, wir sollten aussen herum gehen. Aber der erste Waggon war noch immer zu! Bis zwei wirklich huebsche Maedls den Schaffner so lang drangsalierten, bis wir hineingelassen wurden: Dort huebsche Abteile und wir nahmen bei den Maedls Platz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die konnten sogar ein wenig Englisch und wir plauderten etwas dahin. Die juengere (18) studierte am Railway College (whatever) und anscheinend ist das der Privilegien-Waggon, weil nur Eisenbahner und Verwandte hier herumkugelten, waehrend sich das Lumpenproletariat im Viehwagen stapelte. Seltsam. Dienstabteil, gut, aber gleich ein ganzer Waggon?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es stellte sich heraus, dass die aeltere (23) schon ein 4jaehriges Maedl aus einer Zwangsheirat hat, der werte Herr Papa aber schon lang abgerissen ist und keinen Sum zum Unterhalt beitraegt, und noch so einiges andere. Immerhin gibt&#039;s im August Scheidung. Erzaehlungen, wie bei uns viele Frauen ihr Leben managen, also nix heiraten bis 50, keine Kinder bis 75, weil vorher Karriere, das hat sie ganz fasziniert. Sie will uebrigens unbedingt Lilly kennenlernen, weil als wir Emailadressen tauschten, war sie ganz verwundert, dass es ihr nix ausmacht, wenn zwei so ausgenommen huebsche Maedls mir Mails schreiben, und ich meinte, nein, ist schon ok, sie darf ja auch Maennern mailen, und ja, wir wohnen zusammen, ihre Eltern wissen das sogar, und ja, sie war auf der Uni und macht jetzt Doktorat usw. usf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spaeter wurden dann auch das Paerchen aus der Lumpenklasse in den Sonderwagen verfrachtet, und wir plauderten auch mit denen noch ein bissi. Stellte sich heraus, ist ein Piefke mit einer Taiwanesin. Eher unsympathisch sogar, war schon ueberall, hat schon alles gemacht, und alles ist unsuper und alle sind inkompetent und keiner so ordentlich wie bei ihm daheim. Seufz. Und an den habe ich meine Russisch-Kenntnisse verschwendet!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir mussten auch noch den Rest des Spezialwaggons unterhalten, ich auf russisch, wir beide auf englisch. Auch ein wirklich aufgeweckter und intelligenter junger Bursch war dabei, alle Achtung. Ich insistierte dann beim Papa, dass der unbedingt auf die Uni muss, der war vor Stolz fast zu Traenen geruehrt. Also alles ziemlich super und leiwaund, nur: Der Zug haette fuer die lumpigen 220 km 4 Stunden brauchen sollen laut Touristeninformation, Lonely Planet und Fahrplan. Nein, is aber nicht. Weil das war der schnelle Zug, der vor 6 Monaten eingestellt wurde. Jetzt bleibt er bei jeder Jurte stehen (ok, gibt&#039;s hier schon lang nimmer, bei jedem Lehmziegelhaus also) und braucht sagenhafte SIEBEN Stunden. Mitternacht wird&#039;s werden!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Urks. Fast haette ich mich zum Piefke gesetzt und mit ihm gemeinsam gejammert und geschimpft. Ich war an diesem Tag schon am Vormittag etwas reiseunlustig geworden. Schon wieder fortbewegen, schon wieder ein anderes Hotel, wo man nicht weiss, wie&#039;s wird, schon wieder eine andere Stadt, neue Lokale suchen, neue Internetzcafes, neue Geschaefte, wo&#039;s kaltes Cola und ordentliches Mineralwasser gibt, das nicht von der Wasserleitung wiederbefuellt ist. Seufz. Und dann noch das, da wurde ich schon ein kleines bissi grantig, kurzfristig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es ging zu Ende! Es war schon fast halb eins, wir trudelten in Bukhara ein. Vom Bahnhof sind&#039;s noch gute 15 km in die Stadt, weil so ein wahnsinniger Khan, damals als die Bahnlinie gebaut wurde, Angst vor Zuegen hatte und die nicht naeher heranliess. Aber kein Problem, der werte Herr Papa (Ex-Kieberer!) wuerde uns schon an die Hotelschwelle transportieren. Sah gar nicht aus wie ein Zwangsverheirater, im Gegenteil, ganz nett. Und wir landeten fast zeitgleich mit den taxierenden Piefke vorm Fatima B&amp;B, ohje. Die stapften gleich rein, weil reserviert, wir hatten nix dergleichen, und von uns wollte sie USD 30 fuers Zimmer. 17 waren&#039;s laut LP, also erst einmal: Wir schauen uns noch um. Die Hollaender haben uns ein anderes in der Naehe empfohlen, das suchten wir und fanden ein drittes (denke ich, sie konnten sich ja auch nicht an den Namen erinnern, und B&amp;Bs gibt&#039;s hier zum Saufuettern), die wollten auch USD 30, dafuer mit Klimaanlage. Zu viel, meinte ich, und tatsaechlich durften wir fuer USD 20 rein ins Zimmer mit Klo, Dusche, Sat-Fernseher und Aircon. War alles recht sauber, neu und toll, wenn das Wasser funktioniert haette. Oops, meinte der Sohn der Besitzerin in perfektem Deutsch, weil er eine Zeitlang in der Piefkei gehackelt hat, tja, sie muessen erst den Motor einschalten. Haeh? Ja, in Bukhara gibt&#039;s Wassermangel, da werden die Pumpen in der Nacht abgeschaltet, und die Haeuser muessen selber pumpen, oder so oder wie, ich weiss es nicht genau. Ich bemerkte vorher noch zu Holger: Zwar derselbe Preis, aber kein &quot;Please, Tea!&quot;, aber schon hiess es: &quot;Bitte, Tee!&quot; und wir bekamen Tee, Melonen, Honigmelonen, Streuselkuchen und Brot aufgetischt. Nachdem wir unangemeldet um 1 hereingeschneit waren. Das soll dir mal in Tirol passieren, oder sonstwo!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Dusche wurde extra nochmals fuer uns aktiviert, und ich fiel ins Bett, eingeschlafen, bevor ich auf der Matraze aufschlug.  
    </content:encoded>

    <pubDate>Thu, 13 Jul 2006 21:13:00 +0200</pubDate>
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    <title>In der Totenstadt</title>
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            <category>Zentralasien</category>
    
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    <author>nospam@example.com (hEkker)</author>
    <content:encoded>
    Hui, was fuer ein Tag. Es war sogar noch eine Spur kuehler als gestern, aber dafuer blies uns ein fieser Wind den Staub ins Gesicht. Aber zuerst einmal &quot;Please, breakfast!&quot;eteten wir herzhaft, heute gab&#039;s Eier und Linsen und Erdaepfel als Beilage. Holger wuergte auch heute wieder tapfer den &quot;Kaffee&quot; mit &quot;Milch&quot; hinunter, der Schweizer (der eigentlich Italiener ist und fliessenderweise Franzoesisch, Deutsch und Italienisch labert) verwunderte mich etwas, weil er ganz begeistert war von dem &quot;Kaffee&quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuerst beehrten wir die Touristeninformation - ein Haufen enthusiastischer Studenten, die ihr Englisch verbessern wollen, haben ein paar Tische aufgestellt und lauern dort zu fuenft auf vorbeischlurfende Westler. Als wir kamen, waren sie gleich ganz begeistert, kramten in Mappen und zeigten auf Karten: Morgen um 5 koennten wir mit dem Zug nach Bukhara, und ja, wir muessen zum Bahnhof raus, zum Kauf der Tickets. Wirklich nette Leute. Auch wer eigentlich keine Frage hat, sollte sich eine ausdenken und dort mal hingehen, es ist ein Erlebnis der speziellen Art. Wir enterten also einen Damas-Minibus (die lokale Variante des oeffentlichen Verkehrs, halb formalisiert) und am Bahnhof wollten sie uns dann nix geben. Wir wurden von der Kassa weg in den Keller geschickt, wo hinter Gittern bei schummrigem Licht ein komischer Mann sass und Zettel ausfuellte. Der erklaerte der hilfsbereiten Ad-Hoc-Dolmetscherin, dass wir die Tickets erst morgen kaufen sollten, und zwar um 3 und bei ihm, nur bei ihm. Aha?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na gut, wir hatschten wieder zum &quot;Please, sightseeing!&quot;, diesmal in die andere Richtung. Noerdlicherweise wartete eine huebsche Moschee, die mal ganz grandios war, auf uns. Beim Erdbeben wurde die zwar etwas kaputtiert, aber sie tun sie tapfer wiederauferrichten. Der Eingangstorbogen ist schon wieder an die 40 Meter hoch, der Iwan detto, und die Kuppeln erstrahlen im schoensten tuerkis. Ich bin wieder mal beeindruckt. Gegenueber ein nettes Mausoleum, aber mit etwas seltsamer Eintrittspreispolitik. Ich protestierte gegen 2400 Sum Eintritt und durfte fuer 1200 rein, und als ich dann auch noch fuer die Kamera extra zahlen sollte (eine Samarkander Unsitte, mussten wir auch beim Registan), wollte ich mein Geld zurueck und gehen. Da wurde mir das schnell wieder erlassen, und ich sah alles fuer 1200. Holger kam etwas spaeter und musste 2000 berappen. Naja. Das Mausoleum selbst wird gerade renoviert, man kann aber in den Keller gehen und die Sarkophagen begutachten, ganz nett. Ein Stueck weiter war dann der islamische Friedhof. Die sehen sehr seltsam aus, wie Kraut und Rueben sind sie auf einen Huegel, oder zumindest an einem Hang, kleine Haeuserln, Zaeune rund um nichts, schiefe Grabsteine. Hier gab es eine Mausoleen-Strasse, sehr beeindruckend! Ein paar Dutzend Mausoleen, bis zu 10, 15 Meter hoch, jedes ein bissi anders. Teilweise prachtvolle Mosaik-Fassaden, teilweise ganz schlichte Ziegelbauten, teilweise gerade renoviert. Wirklich interessant und faszinierend. Ueberall latschten betende Einheimische herum. Der moderne Teil des Friedhofs war dann auch sehr interessant - hier scheint man ein Brustbild des Insassen auf den Grabstein zu aetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir stapften weiter stadtauswaerts in Richtung Afrosyab (nein, nicht das Hotel!), eine Ausgrabungsstaette des alten Samarkands. Holger und ich verloren uns, als er zwecks Umwegvermeidung ueber eine Mauer stieg, waehrend ich gerade damit abgelenkt war, durch den Zaun in den juedischen Friedhof reinzugelangen. Holger war erfolgreicher als ich, ich latschte den Umweg via Museum - das war ziemlich leer, und ich erhoffte mir schon eine Gratisbesichtigung, wurde aber doch von der Kuratorin erwischt, die mir meine Coverstory mit der Toilettensuche offensichtlich nicht so abnahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich stapfte also alleine in Hoffnung auf eine Holgersichtung ueber die Ausgrabungsstaette. Staubige Huegel mit vielen fiesen kleinen Dornengewaechsen, sonst war da nix. Ja, und Wind mit viel Staub fuers Gesicht. Ich folgte einer kleinen Strasse, die kurvte aber in die falsche Richtung - ploetzlich stand ich unter einem Abhang an einem Fluss - aha, da war doch was! Ja, irgendwo muesste das Grab vom Daniel sein, ja, der mit der Loewengrube. Genau, hier ist auch eine Hoehle im Hang, das wird wohl die sein, wo man vom Kurator hingefuehrt wird, der einem erzaehlt, dass das die Loewengrube sei. Ich stieg hinauf und wunderte mich noch ueber die vielen Bemmerln im Hang, und als ich oben war: Dutzende Schafe, die im Schatten doesten. Sehr nett. Aber wo sind die Loewen? Ich wusste es immer schon, alles pure Uebertreibung. Aber stimmt schon, Daniel in der Schafshoehle klingt weniger packend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Grabmal ist auch lustig: Ein 20 Meter langer Sarg, wo er angeblich drinliegt. Die Leiche waechst der Legende nach jedes Jahr um ein paar Zentimeter, jetzt muessen sie den Sarg immer vergroessern. Ganz bezaubernd unscheinbar alles. Aber der Rueckweg!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es sollten ein paar Damas-Routen vorbeigehen. Aber die Nummern laut Lonely Planet fuhren nicht vorbei, und die Schilder der anderen konnte ich nicht entziffern, die rasten hier mit knapp hundert heran, und hielten nicht, wenn ich winkte und schrie. Also langer staubiger Fussmarsch. Unterwegs zum Basaar gab&#039;s rechterhand eine Moschee, diesmal mit bemalter Holzdecke, sehr huebsch. Aber wieder mal musste man ordentlich loehnen, sogar 1 Euro fuer die Kamera. Seltsam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Basaar traf ich dann Holger wieder beim kuehlen Eisteegenuss. Wir stapften kurz durch, liessen uns mit Mandeln fuettern und dann ging&#039;s zum Ruhen ins Hotel. Wieder nix, drei Franzosen hijackten mich zum Whist-Spielen, dann gab&#039;s Tour de France, waehrend Holger im Hof eingeschlafen war. &quot;Please, dinner!&quot; war dann wieder grossartig, und jetzt sitze ich im Internetcafe. 
    </content:encoded>

    <pubDate>Wed, 12 Jul 2006 22:13:00 +0200</pubDate>
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    <title>Samarkand!</title>
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            <category>Zentralasien</category>
    
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    <author>nospam@example.com (hEkker)</author>
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    In der Frueh erwartete uns ein herziger Hotelier mit freundlich-insistierenden &quot;Please, breakfast!&quot;s und dann sassen wir auch schon dort und bekamen diesen ekligen Nescafe-Milchpulver-Zucker-Gemisch-Sackerldings serviert, zusammen mit Tee, Brot, Butter, Marmelade, Wurst, Kaese und Griesbrei. Ja, Griesbrei. Etwas suess, aber lecker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn der Hotelier nicht &quot;Please, sightseeing!&quot; sagte, gingen wir trotzdem. In der Nacht schon waren wir am Registan vorbeigefahren, und heute lag er im strahlenden Sonnenschein da. Unglaublich! Unpackbar! Unbeschreiblich! Ungeheurlich riesig, beeindruckend, einfach nur atemberaubend! Es handelt sich um 3 Madrassas, die um einen zentralen Platz angeordnet sind. Ohne Bilder ist es wirklich schwer in Worte zu fassen, es sei genug damit gesagt, dass wir ein paar Stunden dort herumhirschten und nicht genug bekamen von den Mosaiken, Minaretten und Mauern. Auch eine goldene Moschee gab&#039;s hier, und auch wenn ein Rudel deutsche Mittouristen herumunkten, dass die blaue Moschee in Istanbul ja doch ein bissi groesser sei, immerhin lasen sie mir auch laut aus dem Dumont vor, was ganz informativ war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Kieberer laberte uns auch gleich an, fuer 3000 (2 Euro) wuerde er uns die Tuer zum Minarett aufsperren. Ok, gekauft. Oben konnte man aber nur durch ein kleines Loch im Blechdach hinauslugen - das haessliche graue Ding war auch in allen Richtungen im Weg. Toll sah es trotzdem aus. Ich hege aber den Verdacht, dass die Prediger dort nicht sehr alt sein konnten, der Aufstieg ueber die teilweise ziemlich hohen Stufen war der unanstrengendsten keiner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na gut, nachdem sich unsere Bargeldbestaende dem Ende zuneigten, wollten wir unser Glueck mal wieder mit Wechseln probieren. Banken gibt&#039;s offenbar keine, und das Hotel Samarkand, im Lonely Planet angepriesen, war kaputt. Wird wohl gerade renoviert. Das Hotel President konnte immerhin USD 50 wechseln, bevor ihnen das Geld ausging. Dafuer erspaehte ich in der Lobby mit Adleraug auf 50 Meter Entfernung durch eine Glastuer eine Espressomaschine! Wir galoppierten hin, mit klopfenden Herzen. Sie war sogar eingeschaltet! Hatte Wasserdruck! In der Kaffeemuehle daneben lagen - oh, welch&#039; Anblick! Kaffeebohnen! Der Kellner wollte 1500 Sum haben. Gekauft. Er drehte sich um und stutzte. Ging weg. Nein! Was ist los?! Dann kam die Rezeptionistin - I&#039;m sorry, but... Was?!?! Nein! Ist ja alles da! Oder? Doch nicht? Tja, die Dinger, mit denen man den Kaffee an den Wasserauslaufstutzen presst (wie auch immer die heissen), wo dann unten der Kaffee rausrinnt, die waren irgendwo weggesperrt. Erst am Abend wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Traurig schlurften wir ins Hotel Afrosyab, wo&#039;s auch eine Wechselstube gibt. Die hatte offen, trotz Lonely Planet-Eintrag, dass sie zu Mittag zumachen. Und konnten auch ohne Probleme USD 150 wechseln. Und hatten Espresso. Mjam!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Samarkand, das muss ich jetzt lobend erwaehnen, hat ein relativ angenehmes Klima. Hier weht staendig ein leichter, kuehlender Wind. Einer der hunderttausend Souvenirstandler im Registan hat mir das G&#039;schichtl gedruckt, dass der Amir Timur hier ein totes Schaf am Baum aufgehaengt hat, und als das Fleisch nach 3 Tagen noch immer gut war, hat er gemeint, dass das doch kein so schlechter Ort fuer eine Hauptstadt waere. Deswegen der Prunk und der Pomp hier. Tja, bei uns sehen sie Kreuze im Hirschgeweih und stellen Kirchen hin, warum nicht wegen eines leckeren Hammelbratens? Jedenfalls bekam ich trotz des eigentlich guten Wetters an diesem Tag wahnsinniges Kopfweh und klinkte mich aus. Holger wollte noch ein paar Mausoleen ablichten, ich zog das Zimmer vor und stapfte so gegen vier wieder ins Hotel.&lt;br /&gt;
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Dort war es aber sauheiss, und ARD (Tour de France!!!) fiel dauernd aus. Also schleppte ich mich in den Hof, aber dort war es auch nix mit Ruhe. Zuerst laberte ich mit einem Israeli, dann kreuzte ein Schweizer Velofahrer frisch von der Strasse auf. Dann war es natuerlich ganz aus, denn ich musste ihm ca. zweitausend Tipps und Tricks und Erlebnisberichte entlocken. Er ist naemlich genau meine Traumroute gefahren - Balkan, Tuerkei, Iran. Gegen 7 gab es dann &quot;Please, dinner!&quot;, schmeckte wirklich gut und war eine sehr kommunale Angelegenheit, mit Franzosen, Englaendern (auch mit dem Rad unterwegs), Japanern und sonstigem Backpackergesocks. Ich erwischte noch das Sprintfinale der Etappe, dann uebermannte mich wieder der Kopfschmerz, und ich beschloss, ein Tabletterl zu schlucken und das Internet heute mal sein zu lassen. Im Hof wurde es dann noch sehr lauschig, und es gab Gelaber bis Mitternacht. Was mich am Hotel etwas nicht so gluecklich macht: Holger hatte das Zimmer von innen versperrt und duschte gerade, als ich Einlass begehrte. Da zeigte mir der Hotelier mit einem &quot;Please, window!&quot;, dass man einfach durch das (hofseitig, zum Glueck) Fenster einsteigen kann, weil es eh schon lang nicht mehr zugeht. 
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    <pubDate>Tue, 11 Jul 2006 21:50:00 +0200</pubDate>
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